Geschichte

AKBTurmEin kleiner Kreis von Bergsteigern und bergbegeisterten jungen Männern gründete am 4. Januar 1900 in München das Alpenkränzchen Berggeist, einen der ersten Vereine in Deutschland mit rein hochtouristischer Zielsetzung. Unter anderen war darunter der Ausnahmefußballer Anton Hübel – besser bekannt unter „Haxen-Toni“, der sich letztendlich doch für das Bergsteigen entschied. Als Beiname erhielt der Klub deshalb auch den Namen des damaligen Münchner Fußballklubs „Terra Pila“.
Als Abzeichen wurde ein dreifaches Edelweiß erwählt, als Sinnbild der drei Grundmotive des alpinen Gedankens: “Geist – Seele – Freude an der körperlichen Leistung“.
Nur bewährte Bergsteiger, die dem universellen Geiste des Klubs entsprachen, wurden aufgenommen. Bedeutungsvoll für die innere geistige Entwicklung des Klubs war, dass die meisten der an der Gründung beteiligten Freunde das Luitpoldgymnasium in München besucht hatten.
Im Zuge des 1938 erlassenen Gleichschaltungsultimatums trat das Alpenkränzchen Berggeist dem Alpenverein bei.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges fanden sich die übriggebliebenen Gleichgesinnten wieder zusammen. Als erste alpine Vereinigung (in West-Deutschland) erhielt Berggeist die Lizenz. Aus dem Alpenkränzchen war nun der Alpenklub geworden, am Sinn und Wirken änderte sich nichts. Die Mitgliederzahl war auf 55 geschrumpft.
Entscheidend am Wiederaufbau des Deutschen Alpenvereins nach dem Zweiten Weltkrieg waren Mitglieder des Alpenklub Berggeist beteiligt.
1950 betrug die Mitgliederzahl des Alpenklub Berggeist – kurz AKB genannt – bereits 106 Mitglieder, laut Satzung sollen es nicht mehr als 100 sein.
An der Erschließungsgeschichte der Ost- und Westalpen sowie außeralpiner Gebirge in England, Grönland, Norwegen, in den Himalaya- und Karakorumstaaten sowie im Kaukasus waren die Berggeister erheblich beteiligt. In den Jahren 1900 bis 1950 sind an Erstbesteigungen, Erstbegehungen, Erstüberschreitungen, erste Winterbegehungen und erste Begehungen im Abstieg verzeichnet: Ostalpen 346, Westalpen 44, Außeralpine Gebirge 38.
Nach 1950 geht die Erschließertätigkeit in den Alpen zurück. Dafür setzt die Zeit der Wiederholungen schwerster Alpenwände sowie die Expeditionstätigkeit ein.
Gleichzeitig nimmt der Zugang junger Mitglieder aus der Mittelgebirgen wie Elbsandstein, Jura, Pfalz und Battert stark zu. Diese neuen Mitglieder hatten an der Erschließung in ihren Heimatgebirgen bereits regen Anteil gehabt. In den Jahren 1951 bis 1966 sind  verzeichnet: in den Alpen und außeralpinen Gebirgen 34 Erstbesteigungen, 20 Erstbegehungen (incl. Winter), 27 Expeditionen bzw. Kundfahren, in den Mittelgebirgen 743 Erstbegehungen.
Diese Erschließertätigkeit in den Bergen der Welt ist „bändefüllend“. Stellvertretend dafür sei hier die 1. Duchsteigung der Matterhorn-Nordwand durch die Gebrüder Schmid 1931 genannt, für die ihnen die Olympische Goldmedaille verliehen wurde.
Einsicht in die große Anzahl der Wiederholungen und Bergfahrten ist nur durch Studium der im Klub vorhandenen Literatur möglich.
Gleichzeitig erreichte die künstlerische und literarische Tätigkeit der Klubmitglieder einen beachtlichen Stand.
Bedeutende alpine Bergmaler fanden im AKB eine Heimat, u. a. Otto Bauriedl, Adalbert Holzer, Otto Oppel, Hansl Richter, Kurt Geibel-Hellmeck, Josef Anton Schmid-Fichtelberg, Karl Rossbach, Siegfried List, Martin Schließler.
Vielbeachtete Schriftsteller aus dieser Zeit sind: Ernst Baumann, Otto Eidenschink, Hans Ertl, Paul Hübel, Josef Ittlinger, Ernst Kraus, Friedl List, Walter Pause, Josef Julius Schätz, Martin Schließler, Dr. Anton Schmid, Willi Wechs und weitere.
Die herausgegebenen Bücher und Fachpublikationen gehen seit Bestehen des AKB in den ersten sieben Jahrzehnten des Klubbestehens schon in die Tausende. Allein die Titel der herausgegebenen Bücher aufzuzählen würde den Rahmen dieses kurzen geschichtlichen Abrisses sprengen.

Von Herbert Wünsche wurde diese Daten zusammengestellt – es ist seine Empfehlung, hier im Fünf-Jahresrythmus weitere Informationen zusammenzutragen. Allerdings erst nach einer angemessenen historischen Frist von 30 Jahren.